DU Sozialpreis Nr. 1 geht an J.A.Z.

jaz

Hilfe in schwerer Zeit

Projekt „Trauercafé“ ist der erste Gewinner bei der Sozialpreis-Aktion „DU bist Ehrenamt“

 

BAYREUTH. Der Verein „Die Unabhängigen“ hat am Dienstag im DU-Bürgertreff am Markt erstmals seinen neu geschaffenen Sozialpreis vergeben. Der mit 500 Euro dotierte Preis geht an den Verein „JAZ Bayreuth“ (Jung und alt zusammen), der mit diesem Betrag ein Jahr lang ein Trauercafé finanzieren kann, das Menschen nach dem Verlust eines Familienmitglieder oder eines Freundes oder Bekannten helfen soll. Der Preis wird zunächst insgesamt zwölf Mal verliehen an Vereine, Organisationen oder Privatpersonen, die ein besonderes ehrenamtlich geprägtes Projekt anbieten wollen.

Trauer macht einsam

Trauer ist nie einfach. Trauer schmerzt. Trauer macht einsam. Das wissen die Menschen schon seit Hunderten von Jahren. Schließlich steht auch in der Bibel schon  zu lesen: Lass die Weinenden nicht ohne Beistand, sondern traure mit den Trauernden“. Und doch haben viele von uns bis heute ein Problem damit, mit anderen zu trauern. Weil man meint, immer die falschen Worte zu benutzen. Und die falschen Antworten zu geben.

Das war auch bei Elisabeth Nürnberger nicht anders. Sie sagt: „Ich habe in meinem Leben verschiedene Verlusterfahrungen  erlebt  und war froh, wenn mir jemand zuhörte und ich mich austauschen konnte. Mit Todesfällen war ich schon in meiner Kindheit vertraut und da hieß es immer, das muss man mit sich selbst ausmachen.“

Bereit sein für die Trauer der anderen

Dabei wollte es die Bayreutherin, die auch eine Zusatzausbildung zur Trauerbegleiterin gemacht hat, freilich nicht bewenden lassen. Elisabeth Nürnberger, die viele Jahre lang als Krankenschwester in der Palliativmedizin tätig war, wollte nicht nur für sich selbst einen probaten Weg finden zum Umgang mit der Trauer, sie fand Erfüllung auch und vor allem darin, anderen Trauernden zu helfen. Deshalb hat sie vor acht Jahren damit begonnen, Trauernden ein Forum zu geben. Um mit ihnen den schweren Weg zu gehen, den man nach dem Verlust eines Menschen nun mal gehen muss. Acht Jahre lang hat die Bayreutherin nun ein ökumenisches Trauercafé geleitet. Und weil sie überzeugt davon ist, dass gemeinsames Trauern den Menschen hilft, startet sie nun unter dem Dach des Vereins JAZ (Jung und Alt zusammen) ein neues Trauercafé.

Ein Gesprächsangebot

Das Trauercafé ist vor allem ein Gesprächsangebot an Menschen, die einen anderen Menschen verloren haben. Man braucht sich nicht anmelden, es ist ein offenes Treffen, das an jedem „geraden“ Montag eines Monats in der Bürgerbegegnungsstätte stattfindet. Immer von 10 bis 12 Uhr. Wer da kommt? Menschen jeden Alters, die Hilfe suchen im Kreis von anderen, Stabilität, Zuversicht. Deshalb lädt Elisabeth Nürnberger die Menschen zunächst ein, über sich und ihren Verlust zu sprechen. Das passiert im Stuhlkreis. Aber nur, wenn man dazu die Kraft hat. Welche Arten von Trauer es gibt? „Unendlich viele“, sagt Elisabeth Nürnberger und ergänzt: „Eigentlich trauert jeder Mensch anders. Manche beispielsweise gleich nach Verlust eines Menschen, manche merken erst Jahre danach, dass sie mit ihrer Trauer nicht zurechtkommen.“ Manche Menschen kommen nur ein paar Mal, andere sind schon seit Jahren dabei. Manche Menschen weinen, manche lassen ihrer Wut freien Lauf. Das können sie in dem gut geschützten Raum auch tun. Denn Verschwiegenheit ist das oberste Gebot, nichts geht nach außen. Jeder Besucher soll sich frei fühlen in seiner Trauer.

Elisabeth Nürnberger will mit ihrem Trauercafé erreichen, dass sich die Trauernden vernetzen, gemeinsame Unternehmungen machen, vielleicht sogar untereinander anfreunden. Um sich so wieder besser zurechtzufinden in ihrem „neuen“ Leben.
Update: Das Trauercaf´r hat mittlerweile vier Mal stattgefunden. Aber aktuell ist es in der Corona-Zwangspause.   Sobald die Bürgerbegegnungsstätte wieder aufmacht, startet auch das Trauercafé wieder durch, so der Vorsitzende Gerhard Krug

Verdient Respekt

Der Verein Jaz, der dieses Trauercafé ab sofort für seine Mitglieder ab sofort anbietet, hat sich mit dem Projekt um den DU-Sozialpreis beworben. Die Jury kam zu folgender Bewertung: „Wenn ein Verein Menschen in einer extrem schwierigen Phase nachhaltige Hilfsangebote macht, dann ist ein wunderbares Beispiel dafür, was Ehrenamt alles kann. Wenn Menschen bei der Trauerarbeit begleitet werden, wenn ihnen geholfen wird, nach einem schlimmen Verlust wieder zurückzufinden ins Leben – unabhängig davon, wie lange das dauert – dann verdient das unser aller Respekt. Deshalb sind wir froh und glücklich, dass wir heute ein solches Angebot auszeichnen dürfen.“ Mit dem Betrag von 500 €, den die Unabhängigen heute zur Verfügung stellen, kann das Trauercafé ein Jahr lang finanziert werden. Gert-Dieter Meier, der OB-Kandidat der Unabhängigen: „Wir danken unserem Mitglied Dr. Harald Baumann, dass er diesen Betrag spontan gespendet hat, weil er von dem Projekt Trauercafé überzeugt ist.“

Nur wer sich bewirbt kann gewinnen

Der DU-Sozialpreis  ist am 10. März erstmals verliehen worden. Er wird nun fortlaufend ein Jahr lang monatlich vergeben. An Vereine, Organisationen und Privatpersonen, die mit interessanten Projekten ehrenamtlich in die Stadtgesellschaft hineinwirken. Wichtig: Die Projektmacher müssen sich bei den Unabhängigen bewerben. Eine Mail an ehrenamt@du-bt.de reicht; einfach Name, Mailadresse und Telefon angeben und eine kurze Projektbeschreibung anfügen. Wir melden uns dann bei den Bewerbern.
Mit dem DU-Sozialpreis drücken die Mitglieder des Vereins „Die Unabhängigen“ den ehrenamtlich tätigen Menschen in Bayreuth ihre Wertschätzung aus. Und sie sagen Danke dafür, dass mit all diesen Aktionen die Stadt immer ein bisschen besser, reicher, attraktiver wird. Verbunden mit dem Geldpreis ist auch eine öffentliche Darstellung der einzelnen Projekte im Internet. Zudem laden wir auch die Medien ein, darüber zu berichten.

Herzenssache Bayreuth

Nach einem Jahr wollen die Unabhängigen dann alle zwölf Gewinner nochmal an einen Tisch holen und mit ihnen besprechen, was aus den Projekten geworden ist.
Der DU-Vorsitzende Georg Schmitt äußert in diesem Zusammenhang die Hoffnung, dass das Projekt „Herzenssache Bayreuth“ auch über den Zeitraum von zwölf Monaten hinaus fortgeführt werden kann: „Deshalb laden wir auch ganz herzlich Sponsoren ein, unser Projekt zu unterstützen. Je mehr Unterstützung wir bekommen, desto besser für das Projekt.“

Weitere Informationen unter www.dubistbayreuth.de  oder per Mail ehrenamt@du-bt.de

Über JAZ
DerVerein organisiert Hilfeleistungen zwischen den Mitgliedern für alle möglichen Lebensbereiche, um die Gemeinschaft zu stärken und Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

J.A.Z. – Jung und Alt zusammen in Stadt und Landkreis Bayreuth e. V.
Eduard-Bayerlein-Straße 5
95445 Bayreuth
Tel: 0921 2305 7905
Fax: 0921 2305 7909
E-Mail: info@jaz-bayreuth.de

 

Zum Bild:

JAZ-Vorsitzender Gerhard Krug,  Zahnarzt und DU-Mitglied Harald Baumann, Gert-Dieter Meier und Vorsitzender Georg Schmitt (beide DU) sowie Elisabeth Nürnberger, die das Trauercafé leitet.

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